Aber nun sollt ihr erst einmal an unseren letzten Eindrücken der Ostküste teilhaben können. Nachdem wir von der Sandinsel Fraser zurück waren, sollte unser nächster Stopover Noosa sein, die Stadt Australiens, in der sich die meisten Millionäre niedergelassen haben und in der man wohl ab und an auch die Promis sehen soll. Noosa war nach unserem Empfinden ein mittelgroßer Touri-Ort direkt an der Küste mit einem überfüllten Strand, tollen Surfspots und einem schönen Nationalpark, in dem wir auf unserem Walk einem Lizard begegnet sind.
Von Noosa ging es auf den Spuren des legendären Crocodile Hunter Steve Irwin, der vor einigen Jahren bei einer seiner halsbrecherischen Filmaufnahmen durch den Stich eines Rochens direkt ins Herz ums Leben kam, weiter zum Australia Zoo in Beerwah. Obwohl wir am Eingang vor dem horrenden Eintrittsgeld kurzzeitig etwas zurückgeschreckt haben, hatten wir einen wundervollen Tag inmitten von Koalas, Känguruhs und vielen anderen Tieren, zum Anfassen nah. Wenn man merkt, wie leidenschaftlich dieser Zoo aufgebaut ist und wieviel Feingefühl und Liebe gegenüber den Tieren dort allgegenwärtig ist (z.B. gibt es im Känguruh-Streichelzoo Teile des Geheges, wohin sich die Tiere zurück ziehen können, wenn ihnen das Angetatsche zu viel wird und überall kann man sehen, welche Tierarten-erhaltenden Projekte durch einen Teil des Eintrittsgeldes finanziert werden), dann zahlt man gerne etwas mehr Eintritt.
| Kristin Irwin |
| sehr altes Känguruh... |
Nach den schönen Impressionen der australischen Tierwelt hieß es danach zur Abwechslung wieder Großstadtfeeling: es ging weiter nach Brisbane, die Landeshauptstadt des Bundesstaates Queensland und drittgrößte Stadt Australiens. Obwohl unser Campingplatz etwas außerhalb gelegen war, konnten wir die Innenstadt und den angrenzenden botanischen Garten, sowie das Parliament House nach einer halbstündigen Busfahrt ein wenig erkunden. Brisbane ist aufgrund der Ballung von mehreren rennomierten Universitäten voll mit jungen Leuten aus der ganzen Welt. Fazit über Brisbane: schön anzusehen aber nicht besonders spektakulär.
| Townhall of Brisbane |
Nach einer turbulenten Nacht, in der es so dermaßen gewitterte und stürmte, dass wir zeitweise Angst hatten, mit unserem Hugo umzukippen, ging es bei stömendem Regen weiter Richtung Surfers Paradise. Surfers ist DIE Party-Hochburg an der Ostküste. Je näher man auf die Stadt zufährt, desto mehr errinnert sie an Las Vegas: Hotels, die sich in ihrer Größe und ihrem Luxus gegenseitig zu übertreffen versuchen, reihen sich aneinander, Shopping Malls münden in Vergnügungsviertel mit Bars, Restaurants und Clubs, die keine Wünsche offen lassen und der Strand soll vor allem für Surfer einer der schönsten überhaupt sein. Bedauerlicherweise hatten wir gerade hier extremes Pech mit dem Wetter. Der Regen schien leider von allen Seiten gleichzeitig zu kommen und der Wind hat unsere billigen Knirps-Schirme gleich beim ersten Aufklappen zerstört. Was macht man bei Regen? -Richtig, man rettet sich in eine Shopping-Mall ;-) Trotzdem sollte unser Aufenthalt in Surfers grandios werden. Weil es mal wieder Zeit für eine ordentliche Feierei wurde, haben wir einen Pubcrawl gebucht. Das bedeutet, dass man so etwas wie eine geführte Tour durch mehrere Clubs bekommt (man hat freien Eintritt durch den VIP-Eingang und in jedem Club ein Freigetränk + etwas Fingerfood) und den ganzen Abend mit einer Gruppe von 200 Leuten aus der ganzen Welt zusammen feiert, wie geil das Leben doch ist. Das können wir ja bekanntlich ziemlich gut ;-)
Das australische Wetter sollte sich auch in den kommenden Tagen nicht von seiner besten Seite zeigen. Auch in Byron Bay, einer schnuckeligen Hippie Stadt mit vielen kleinen, stilvollen Restaurants, Bars und Shops sollte es uns den Tag etwas vermiesen. Es macht einfach nur halb soviel Spaß, eine Stadt im Regen zu erkunden, als sie in strahlendem Sonnenschein zu sehen. Aber das haben wir ja nun schon gelernt: in Australien scheint nicht jeden Tag ununterbrochen die Sonne... Am nächsten Tag sind wir bei Sturm und Regen zum Lighthouse von Byron Bay gefahren. Dort befindet man sich auf dem östlichsten Punkt Australiens auf dem Festland und hat einen tollen Blick übers Meer, der natürlich bei so rauer See nicht zu verachten ist.
| Lighthouse of Byron Bay |
Weiter ging es nach Nimbin, eine total verrückte Hippie- und Kifferkommune im Landesinneren, wo alles einfach etwas anders tickt... Den süßen Geruch von "weed" in der Nase, bekommt man an jeder Ecke "etwas" angedreht und die komplette Stadt scheint völlig stoned und befreit von jeglichen Konventionen zu sein. Sehr speziell und ziemlich witzig, vor allem die Namen der Shops, die sich die kommerzielle Seite Australiens mit einer gehörigen Portion Ironie zur Brust nehmen (Billabong = Bringabong, etc.). Außerdem waren wir in einem total verrückten Hippie-Museum, dass von Studenten und Künstlern erbaut wurde "to communicate the history of Nimbin through the eyes of a hippie". Und der Regen wollte und wollte kein Ende nehmen... grrrrrrrh!
Weiter ging es nach Coffs Harbour, wo wir einen tollen Strandspaziergang gemacht haben, der wieder so beeindruckende Farben für unser Auge bereithalten sollte. Man sagt über Australien, dass es das Land der Farben ist und es stimmt wirklich: obwohl wir bisher ja "nur" die Ostküste gesehen haben, scheint das Farbspektrum hier einfach ein bißchen weiter in alle extremen Richtungen zu gehen, als an anderen Orten der Welt. Der Himmel klarte an diesem Abend endlich wieder ein wenig auf und wir haben einen tollen Sonnenuntergang miterleben können.
Blue Bottle Jellyfishes
Auf dem linken Foto sieht man eine Baumformation, wie man sie im Regenwald häufig sieht. Der Curtain Fig-Tree legt sich wie ein Parasit um den Baum, indem er seine Samen auf einen Ast setzt und dann mit seinen Hauptwurzeln nach unten wächst und sich um den Baum herum im Boden verankert. Teilweise stirbt der ursprüngliche Baum ab und die Fig-Tree-Formation bleibt bestehen und bildet unglaubliche Kunstwerke.
Nach unserer tollen Regenwald-Erfahrung haben wir noch die Danger Falls angesehen.
Weiter ging es nach Port Macquarie, eine Küstenstadt, die man vlt. mit einem deutschen Kurort vergleichen kann. Ganz nett aber etwas langweilig und eher etwas für die ältere Generation und Erholungsbedürftige. Da wir aber Sonnis Geburtstag zu feiern hatten, haben wir uns einen sehr witzigen Abend am Strand gemacht, sind bei dem Versuch gescheitert, in den Rettungsschwimmer-Turm einzubrechen und am Ende fast vom Campingplatz geflogen, weil wir an den Wäschespinnen Karussel gespielt haben und dabei versehentlich Nachts um 4 Uhr den kompletten Campingplatz unterhalten haben... Aber wir haben ja schließlich auch Geburtstag gefeiert!
| Eine feine Auswahl an Muscheln |
Der nächste Stopover war dann Seal Rocks, ein Küstenörtchen mit einsamen Buchten und einem tollen Leuchtturm, von dem aus wir eine wunderschöne Aussicht hatten und doch tatsächlich eine Gruppe von Delfinen beobachten konnten, die sich die Küste hat entlangtreiben lassen... so amazing!!!
| Beste Heimatstadt der Welt... |
| Lighthouse of Seal Rocks |
Eigentlich wollten wir noch nach Port Stevens fahren, um dort sandboarden zu gehen aber aufgrund des wieder schlechter werdenden Wetters haben wir uns entschieden, lieber den langen Weg an Sydney vorbei in die Hauptstadt Australiens - Canberra - zu fahren. Wußtet ihr, dass Canberra eine Planhauptstadt ist, die zu ebendieser aufgrund der Rivalität um die Hauptstadtposition zwischen Melbourne und Sydney ernannt wurde? Canberra empfing uns auch leider wieder mit Regen und präsentierte sich uns so nicht von seiner besten Seite, ist jedoch eine Stadt, die viel Sehenswertes zu bieten hat. Sie ist Sitz aller Ministerien, Verwaltungen und Gerichten Australiens und hat somit jede Menge geschichtsträchtiger und beeindruckender Gebäude und Architektur zu bieten. Eines der Highlights ist das Parlamentgebäude auf dem Capital Hill, das durch die legendäre ANZAC Parade mit dem Austalian War Memorial verbunden wird. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir uns entschieden, die Sehenswürdigkeiten mit dem Auto abzufahren (deshalb existieren größtenteils nur Fotos durch die nasse Windschutzscheibe mit Scheibenwischer als modischem Accessoire) und anstelle einer längeren Besichtigung der Stadt in die National Portrait Gallery zu gehen.
| Canberra Parliament House |
| Eingang zur National Portrait Gallery |
So viel zu unseren ersten 3.000 km Australien-Erkundung die Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
Cheers aus Sydney
Kristin und Melli